Wildniscamp

Tag 1:

Nachdem es alle 15 Schülerinnen und Schüler der Abschlussstufe mit voller Montur (Isomatte, Schlafsack, Kissen, Gummistiefel, warme Kleidung, Schnitzmesser, …) in den Bus geschafft haben, geht es los – gut 100 km nach Norden in die Nähe von Greven ins Wildniscamp von draußenzeit! Wir werden liebevoll von Dominik, Carina und Christina empfangen, die uns erst einmal das Gelände zeigen – die Outdoorküche, in der auf offenem Feuer in riesigen schwarzen Töpfen gekocht wird, die Komposttoilette, bei der man darauf achten muss, Flüssiges von Festem zu trennen – ganz schön schwierig zu zielen! Außerdem das große Campgelände mit Tipis, Wald, Wiesen, Obstbäumen, Gemüsegarten und vielen Feuerstellen!

Nachdem wir ein wenig den Wald erkundet und die Zelte aufgebaut haben, gibt es ein leckeres Mittagessen vom Feuer: Nudeln mit Tomatensauce und Quark mit selbstgemachtem Pflaumenmus als Nachtisch. Unsere Aufgabe für den Nachmittag ist es dann in Gruppen ein Feuer aufzubauen, dass sich nur mit einem Streichholz entzünden lässt – ganz schön kniffelig, letztendlich hat es aber bei allen geklappt! Dann lernen wir, mit der Axt, dem Schnitzmesser und der Säge umzugehen und beginnen die ersten Arbeiten mit Holz.

Da es hier kein fließendes Wasser gibt (Strom übrigens natürlich auch nicht), brauchen wir immer starke Freiwillige, um Wasser in riesigen Kanistern von der Wasserstelle zu holen. Insgesamt helfen sowieso alle super mit – zum Beispiel beim Abendessen, bestehend aus vorzüglichem Brot, Aufstrichen, Käse und Rohkost – die Reste vom Mittagessen werden natürlich auch wieder aufgewärmt.

Abends machen wir natürlich ein Feuer, das beherrschen wir ja jetzt alle. Das ist super, denn der Abend ist ziemlich kalt. Am Feuer kann man es aber gut aushalten und den Abend gemütlich ausklingen lassen, bevor sich der sternklare Himmel über uns ausbreitet.

 

Tag 2:

Die ersten werden früh am Morgen von den vielen Vogelstimmen geweckt. Einige mussten sich nachts noch mit zusätzlichen Decken versorgen, so eine kalte Nacht hat noch niemand von uns draußen erlebt. Zum Glück gibt es wieder ein Feuer zum Aufwärmen und die Sonne breitet sich auch langsam aus. Wir essen Haferbrei, Obstsalat und Brot mit Aufstrichen, danach steht bei allen Katzenwäsche auf dem Plan (für die Draußendusche ist es dann doch noch allen zu kalt). Zum Aufwärmen spielen wir Bär-Lachs-Mücke und Arschhirnkrabbe – sehr erheiternd. Den Vormittag verbringen wir ganz still an verschiedenen Plätzen im Wald, um den Bewohnern lauschen und den ein oder anderen vielleicht auch beobachten zu können. Wir hören verschiedenste Vögel, sehen Eichhörnchen Eicheln von den Bäumen fallen lassen und bemerken wie schön die Naturgeräusche sind. Mittags werden wir fantastisch von Koch Tedor bekocht mit Couscous und Kürbiscurry, den wir selbst vom Feld geerntet haben. Auch Pflaumen, Äpfel und Birnen ernten wir, und machen gemeinsam einen super leckeren Applecrumble daraus. Nachmittags erkunden einige den Bach, wo ein Frosch, der Bau eines Nutrias und Rehspuren gesichtet werden. Danach widmen wir uns ganz dem Schnitzen – die meisten entscheiden sich für die Herstellung eines Löffels, eine ganz schön umfangreiche Aufgabe – zunächst muss man mithilfe des Glutbrennens die Wölbung des Löffels in das Holz einbrennen und dann den Stiel sägen und schnitzen. Die ersten trauen sich die Draußendusche zu benutzen – dafür muss erst einmal Wasser geholt und über dem Feuer erwärmt werden. 

Tag 3:

Der Tag beginnt sonnig – der Atem ist noch zu sehen, so kalt war es wieder in der Nacht. Nach dem üblichen stärkenden Frühstück singen wir zum Aufwärmen unser „Teino Tewua Kea Tan“-Lied. Wir schnitzen motiviert weiter, die Werkstücke nehmen langsam Formen an. Zum Mittagessen gibt es wieder von unserem Koch Tedor zubereitet Nudeln mit einer leckeren Tomaten-Gemüsesauce mit Zucchini aus dem Garten. Zum Nachtisch essen wir Milchreis. Den Nachmittag verbringen wir im Wald, wo wir beim Erkunden einen Frosch entdecken und das Skelett eines Nutrias finden. Es fängt an zu regnen und wir statten uns mit unseren wasserdichten Klamotten aus. Außerdem bauen wir Hütten aus Stöckern, gefundenem Holz und Laub als Unterstand, in denen man sich vor schlechten Wetterbedingungen schützen kann. Später backen wir Pflaumen-Topf-Kuchen im Wasserbad mit selbstgeernteten Pflaumen – super lecker! Das große Tipi wird als Aufenthaltsraum eingeweiht, hier kann man sogar ein Feuer entzünden – der Rauch zieht im Idealfall durch ein Loch in der Decke ab. Trotzdem ist es ganz schön rauchig! Wir lösen Blackstories und lassen den Abend mit einer Popcornparty und dem Lied von den zwei kleinen Wölfen ausklingen.

 

Tag 4:

Die dritte Nacht war wesentlich wärmer, da die Wolken uns wie eine Decke zugedeckt haben. Wir hoffen, dass sich die Sonne bald wieder ein bisschen zeigt. Heute ist unser Ziel, die Werkstücke fertigzustellen! Im Laufe des Vormittags perfektionieren sich Bögen, Speere, Löffel, Schalen, Ketten, Schlüsselanhänger und vieles mehr. Zum Mittagessen begnügen wir uns mit einer Brotzeit, da wir abends noch Großes vorhaben. Am Nachmittag gibt es eine Überraschung – wir dürfen Bogenschießen! Dazu machen wir einen Spaziergang zu einer Wiese, auf der schon Zielscheiben aus Stroh aufgebaut sind. Nachdem alles erklärt und die Kommandos vereinbart wurden, dürfen wir schießen. Die Bögen haben ganz schön Spannung, da muss man aufpassen nicht zu hoch zu zielen, sonst fliegt der Pfeil bis in den Wald. Die Sonne beschert uns noch einmal eine richtig warme Zeit. Zum krönenden Abschluss des Tages backen wir Flammkuchen im Lehmofen, die wir selbst belegen können. Der Abend endet am Feuer mit Lagerfeuer-Gitarrenmusik und geschmolzener Schokobanane, die in der Glut des Feuers zubereitet wird.

 

Tag 5:

Die letzte Nacht war noch einmal angenehm warm – alle haben gut geschlafen und freuen sich wieder auf ihr Zuhause, der Abschiedsschmerz ist allerdings auch zu spüren. Der Vormittag besteht aus Aufräumen (im Regen) und Mitbringsel aus dem Wald sammeln. Für ein paar Spiele ist auch noch Zeit. Dann ist der Bus da und wir treten die Heimreise an. Es war eine tolle, herausfordernde und schöne Woche – vielen Dank an Dominik, Carina, Christina und Tedor für die wunderbare Erfahrung!

Draußendusche
Feuer (6)
Feuer (8)
Feuer (9)
Feuer (12)
Feuer (18)
Feuer (23)
Feuer (24)
Komposttoilette (1)
Komposttoilette (2)
Küche
Pipispirale (1)
Pipispirale (2)
Umgang mit der Axt (4)
Versammlungsplatz
Waschstelle
Zeltaufbau (1)
Zeltaufbau (2)
Zeltaufbau (3)
Abendessen und Feuer (1)
Abendessen und Feuer (3)
Abendessen und Feuer (4)
Duschen (1)
Frühstück am Feuer (1)
Frühstück am Feuer (3)
Frühstück am Feuer (5)
Frühstück am Feuer (7)
Frühstück am Feuer (9)
Frühstück am Feuer (11)
Frühstück am Feuer (13)
Kürbis- und Obsternte (2)
Kürbis- und Obsternte (9)
Kürbis- und Obsternte (21)
Kürbis- und Obsternte (27)
Mittagessen (2)
Morgenstimmung (2)
Schnitzen (2)
Spiele (1)
Spiele (3)
Spiele (10)
Stockbrotteig und Essenszubereitung (3)

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